Maßnahmen zur CO2-Reduktion im eigenen Unternehmen

Jedes Jahr werden weltweit knapp 41 Gigatonnen (Gt) CO2 emittiert. Zur Erreichung des internationalen Ziels, die globale Klimaerwärmung auf höchstens 2° Celsius zu begrenzen, darf die Menschheit bis 2050 in Summe nur noch zwischen 600 und 800 Gt CO2 ausstoßen. Dieses Ziel wurde 2015 auf der Klimakonferenz in Paris verabschiedet und alle unterstützenden Länder haben auf dieser Basis  individuelle CO2-Reduktionspfade entwickelt. Das globale CO2-Ziel kann allerdings nur erreicht werden, wenn auch die Privatwirtschaft proaktiv Reduktionsmaßnahmen entwickelt und umsetzt.  

CO2-Fußabdrucksanalyse und Zielfestlegung 

Um geeignete Maßnahmen zu implementieren, ist der erste Schritt, dass Unternehmen ihren CO2-Fußabdruck ermitteln und so die Haupt-Emissionsquellen identifizieren. Die genauen Schritte hierzu finden Sie unserem Artikel “Wie funktioniert eine CO2 Analyse?”. Transparenz ist die grundlegende Voraussetzung um zu erkennen, wo sich Emissionen vermeiden oder reduzieren lassen.

Nach erfolgter CO2-Analyse können im nächsten Schritt Reduktionsziele definiert werden, um anschließend wirkungsvolle und kosteneffiziente Reduktionsmaßnahmen zu identifizieren und umzusetzen. Das klare Bekenntnis zu Klimaschutzzielen hilft langfristige Transformationsprozesse in Gang zu setzen, reputativen Mehrwert zu generieren und sich gegenüber zukünftigen Regularien und Gesetzgebungen abzusichern.  

Reduktionsmaßnahmen 

Viele unserer Kunden möchten ihren CO2-Fußabdruck möglichst schnell und kosteneffizient reduzieren. Die Möglichkeiten dazu sind kundenspezifisch und variieren je nach Größe und Komplexität der Wertschöpfungskette 

Trotzdem kann jedes Unternehmen Maßnahmen ergreifen, die bereits eine Veränderung bewirken, besonders in Teilen ihrer Wertschöpfungskette, die sie selbst direkt beeinflussen können. Dafür beschäftigen wir uns in diesem Artikel mit den Scope 1- und 2-Emissionen (Link Scope 1, Scope 2), die aus der direkten Verbrennung von fossilen Energieträgern entstehen, sowie indirekter Emissionen aus dem Verbrauch von eingekaufter elektrischer und thermischer Energie. Aber auch einige Scope 3-Emissionen (Link Scope 3), die unter anderem durch Mitarbeiter und im Büro entstehen, haben großes Potential, direkt angegangen zu werden. Für produzierende Unternehmen und Dienstleister sind insbesondere die Emissionen aus der Nutzungsphase ihrer Produkte ein nicht zu unterschätzender Faktor. Durch optimiertes Produktdesign können sowohl die Energieeffizienz der Produkte verbessert als auch Emissionen eingespart werden – zwei klare Vorteile für den Endkunden.

Wir haben für Sie eine allgemeine Checkliste erstellt, die Ihnen dabei helfen soll, einen ersten Überblick über mögliche Maßnahmen zur CO2-Reduktion in Ihrem Unternehmen zu bekommen. 

Gebäude

In Deutschland entstehen etwa 30% der CO2 Emissionen im Gebäudesektor. Im Rahmen der Klimaschutzziele der Bundesregierung müssen diese bis 2030 erheblich gesenkt werden, auch im Bereich der Gewerbeimmobilien. In Gebäuden, wie Ihrem Büro, entstehen Emissionen durch den Strom- und Wärmebedarf. Um den thermischen Energiebedarf zu senken, lohnt es sich, über eine energetische Sanierung nachzudenken, wie z.B. eine Dämmung Ihres Gebäudes. Trotz der anfänglichen Investition können so langfristig auch Kosten eingespart werden. Außerdem werden bereits viele dieser Investitionsmaßnahmen im Rahmen des Klimaschutzpakets der Bunderregierung durch die KfW gefördet. Dies betrifft sowohl die Erstberatung durch akkreditierte Energieeffizienzberater als auch Kredite für die Umsetzung verschiedener Maßnahmen.

Befinden sich die Gebäude nicht in Ihrem Besitz, so sind die Maßnahmen ggfs. nicht umsetzbar. Trotzdem lohnt sich ein Gespräch mit dem Eigentümer – vielleicht ist diese/r selbst an solchen Maßnahmen interessiert und es lässt sich eine Einigung finden. Schreiben Sie uns gerne und wir helfen Ihnen, den passenden Partner zu finden. 

Strom

Um den elektrischen Energiebedarf CO2-neutral zu decken, lohnt sich der Wechsel zu einem verifizierten Grünstromanbieter oder Off-Grid-Lösungen, wie dem Einsatz von Photovoltaik-Paneelen. Für Ersteres sollten unabhängige Anbieter ausgewählt werden, denn die großen Energiekonzerne, die 80% des Stroms in Deutschland produzieren und vertreiben, betreiben teilweise weiterhin Lobbyarbeit für fossile Energien. Kleinere Anbieter wie Lichtblick oder die Bürgerwerke hingegen treiben den Ausbau von erneuerbaren Energien aktiv voran und reduzieren damit nachhaltig den CO2-Fußabdruck ihrer Kunden. Dasselbe gilt für Anbieter von Heizgas. Schreiben Sie uns gerne, wenn Sie an einem Wechsel interessiert sind – Wir helfen Ihnen gerne damit, den geeigneten Partner zu finden und von attraktiven Sonderkonditionen zu profitieren.

Energieeffizienz

Neben der Verbesserung der Klimabilanz ermöglichen Energieeffizienzmaßnahmen eine erhebliche Kostensenkung. Angebote für Smart Heating und andere smarte Lösungen, wie Smart Lighting,  können die Energiebereitstellung zum Heizen oder der Beleuchtung an die Arbeitszeiten der Mitarbeiter anpassen. Somit können nicht nur bis zu 25% der Kosten eingespart werden (BMWI), sondern auch Emissionen.  

Server

Arbeiten Sie mit Big Data oder besteht Ihr Angebot größtenteils aus Softwaredienstleistungen, so nutzen Sie sicherlich Rechenzentren, um die Menge an Daten zu verarbeiten und zu speichern. Datenzentren sind für circa 2% der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich, und diese Zahl wird sich wohl mit dem Voranschreiten der Digitalisierung und dem wachsenden Bedarf an digitalen Angeboten vergrößern. In der Regel betreiben Unternehmen keine eigenen Rechenzentren, trotzdem können Sie Ihren CO2-Fußabdruck auch hier verringern und zu einem klimaneutralen Cloud-Anbieter wechseln oder Ihre Website klimaneutral machen. (Link Data Server Whitepaper)

Mobilität 

Dieser Punkt betrifft besonders die Geschäftsreisen eines Unternehmens sowie das Pendeln der Mitarbeitenden. Jegliche Form der Mobilität, bei der konventionelle Kraftstoffe verbrannt werden oder nicht regenerative elektrische Energie genutzt wird, schadet dem Klima. 

Geschäftsreisen

Gerade bei Unternehmen, die wenig mit materiellen Gütern zu tun haben, sondern Dienstleistungen anbieten und Kunden häufig persönlich besuchen, kann die Art des Transports eine entscheidende Rolle im CO2-Fußabdruck spielen. Dabei sind viele persönliche Meetings nicht unbedingt notwendig. Stattdessen können auch Telefonate oder Online-Meetings zum selben Ergebnis führen. Somit können neben signifikanten Kostenersparnissen auch Emissionen, die die Reise und durch Hotelübernachtungen entstehen, vermieden werden. Für nicht vermeidbare Meetings können, soweit möglich, Bahnverbindungen genutzt werden. Ein weiterer Vorteil hierbei: Neben den Emissionsersparnissen kann die Zeit im Zug auch genutzt werden, um fokussiert zu arbeiten.

Pendeln

Neben Dienstreisen ist auch der Einfluss des Arbeitswegs auf die Klimabilanz nicht zu unterschätzen. Viele Mitarbeitende fahren mit dem Auto zur Arbeit, egal ob in ländlichen oder in städtischen Regionen. Dadurch werden neben den Emissionen auch Lärm- und Stress-Level, besonders in der Stadt, erhöht. Hier lohnt es sich, den Mitarbeitenden zunehmend die Freiheit zu bieten, von zu Hause zu arbeiten. Wenn nur 10% der Erwerbstätigen einen einzigen Tag in der Woche von zu Hause aus arbeiten könnten allein in Deutschland bis zu 850 Millionen Kilogramm CO2 pro Jahr eingespart werden. 

Zusätzlich können Sie Ihren Mitarbeitern durch einen finanziellen Zuschuss zum ÖPNV-Abo Anreize schaffen, auf den öffentlichen Transport umzusteigen.

Am besten für Ihre Klimabilanz ist es jedoch, wenn Ihre Mitarbeiter  mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Das Leasing von Dienstfahrrädern wird immer populärer und kann durch eine Gehaltsumwandlung steuerlich geltend gemacht werden. Viele Bundesländer fördern mittlerweile das Leasing von Diensträdern für einige Berufsgruppen des öffentlichen Dienstes. 

Emissionen im Bürobetrieb 

Verpflegung

Natürlich freuen sich Mitarbeitende darüber, wenn es im Büro Angebote wie Kaffee und Obst gibt. Doch auch diese Produkte setzen über ihren Lebenszyklus Emissionen frei. Wir haben bei Planetly berechnet, wie man mit einfachen Umstellungen im Einkauf Hebel im Klimaschutz bewegen kann. 

Zum Beispiel können durch die Umstellung von Kuhmilch auf Hafermilch 40,6 % der CO2-Emissionen im Milchverbrauch eingespart werden. Ebenso sollten vegane oder vegetarische Mittagessen gefördert werden, denn diese sind in der Regel nicht nur gesünder, sondern auch klimafreundlicher: Die globale Fleischproduktion ist für 14,5 % der weltweiten Emissionen verantwortlich. 

Das US-amerikanische Unternehmen WeWork hat sich deswegen 2018 für einen drastischen Schritt entschieden: Mitarbeitende bekommen ihre Essensrechnungen von Dienstreisen nur noch beglichen, wenn diese vegetarisches Essen wählen. 

Abfallproduktion 

Mülltrennung ist in Deutschland kein neues Thema mehr. Trotzdem findet diese in einigen Büros noch nicht oder nur unzureichend statt. Voraussetzung dafür sind natürlich ausreichende und passende Mülleimer, aber auch eine Aufklärung und Schulung der Mitarbeitenden, was und wie getrennt werden muss. In Handwerksbetrieben ist durch die neue Gewerbeabfallverordnung seid 2018 Mülltrennung verpflichtend.

Einbindung der Mitarbeitenden 

Generell ist es entscheidend, dass möglichst viele der Mitarbeitenden sich an die Maßnahmen halten und für diese Verständnis und Akzeptanz entwickeln. Eine Klimastrategie kann nur dann erfolgreich sein, wenn alle an einem Strang ziehen. Klimaschutz sollte nicht nur eine Vision, sondern fest in der Unternehmenskultur verankert sein. Zielführend können Schulungen, Aufklärung der Mitarbeitenden aber auch innovative Ideen, wie die Errichtung von Nachhaltigkeitsboards oder Ideenpools sein, im Zuge derer Vorschläge zum firmeninternen Klimaschutz gesammelt und umgesetzt werden können. 

Die Checklist für Ihr Unternehmen

Wie Sie sehen gibt es viele Mechanismen, die mehr oder weniger schnell umzusetzen sind, aber alle zu einer Reduktion der Emissionen führen. Viele davon zeigen nicht nur eine verbesserte Klimabilanz auf, sondern führen zusätzlich zu langfristigen Kostenersparnissen und zu einem steigenden Wohlbefinden der Mitarbeitenden. Durch eine strikte firmeninterne Klimapolitik wappnen Sie sich auch selbst gegen zunehmenden Regularien durch die Politik und steigenden Druck seitens der Kunden, Investoren und Mitarbeitenden. 

Büro: 

▢ Wechsel zu einem unabhängigen Ökostromanbieter 

▢ Off-Grid-Lösungen, z.B. Photovoltaik Module

▢ Energieeffizienzsteigerungen durch Smart Home Lösungen

▢ Nach dem Feierabend: Tägliche Kontrolle, ob alle Lichter, Steckdosenleisten und elektrische Geräte ausgeschaltet (Nicht im Stand-By Modus) und alle Fenster geschlossen sind
▢ Effizienter Einsatz von Heizung und Klimaanlagen: Heizung / Klimaanlage nur dann an, wenn alle Fenster zu sind

▢ Austausch alter Glühbirnen gegen LED Beleuchtung

▢ Energetische Sanierung (Wände, Fenster, Türen)

▢ Umstellung auf einen CO2-neutralen Cloud Anbieter

▢ Umstellung auf klimafreundliches Essen- und Trinkangebot (regional, saisonal, fleischlos) 

▢ Mülltrennung 

Mobilität

▢ Vermeidung nicht notwendiger Dienstreisen und Ersatz durch Online Meetings

▢ Nutzung von Bahnverbindungen für notwendige Dienstreisen und Firmenevents 

▢ Kompensation unvermeidbarer Geschäftsreisen mit dem Flugzeug

▢ Wenn möglich: Einführung von Home Office Tagen

▢ Angebot von Dienstfahrrädern 

▢ Zuschuss zu ÖNPV Tickets  

▢ Mitfahrgelegenheit-Plattform für Mitarbeitende

▢ Brennstoffeffiziente Dienstwagen (sowie Umstellung auf eine Elektro-Flotte)

Mitarbeiter Engagement:

▢ Schulung der Mitarbeitenden zum firmeninternen Klimaschutz

▢ Nachhaltigkeits Board

▢ Regelmäßige Durchführung von Ideen-Pools zum Sammeln von Klimaschutzvorschlägen

Klimaschutzstrategie

▢ Energieeffizienzsteigerung der angebotenen Produkte (Optimiertes Produktdesign)

▢ Analyse des CO2-Footprints 

▢ Identifikation der größten firmeninternen Emittenten

▢ Wenn möglich: Reduktion der firmeninternen Emissionen
▢ Kompensation nicht vermeidbarer Emissionen

Planetly hilft Ihnen mit intelligenter Software Ihren CO2-Fußabdruck zu analysieren, über den Kauf von Klimaschutzportfolios zu kompensieren sowie kundenindividuelle CO2-Reduktionsstrategien zu entwickeln und deren Ergebnisse mit unserer Software nachverfolgbar zu machen. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht (Link zu [email protected])

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